NACHFOLGE - bis zum Letzten, mit Jesus den Kreuzweg gehn


MAX JOSEF METZGER (+ 17.4.1944) in der Leidens-Nachfolge, in der Passion...

In diesem JAHR 2011 fällt der 17. April, der Gedenktag des Todes von Dr. Max Josef Metzger (Bruder Paulus oder Vater Paulus, wie wir ihn in der Gemeinschaft nennen) auf den Palmsonntag.

Die Kirche tritt mit dem Palmsonntag ein in die Heilige Woche, in der sie in ganz besonderer Weise des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus Christus gedenkt. Die Liturgie dieser Woche führt uns Schritt für Schritt hinein in dieses Geschehen. Zu allen Zeiten gab es Menschen, die in der Nachfolge des HERRN den Kreuzweg mit ihrem Meister gegangen sind: in der Leidens-Nachfolge, in der Passion, bis zum Letzten. Einer der Vielen des 20. Jahrhunderts ist unser VATER PAULUS (Max Josef Metzger). Zur NACHFOLGE unseres gekreuzigten Herrn und Königs Jesus Christus stehen in unseren Satzungen die Worte von Bruder Paulus:
"Echte Liebe offenbart sich vor allem in der selbstverständlichen Opferbereitschaft für den Geliebten... So sollte im letzten Ernstmachen mit der Jüngerschaft Christi von den Mitgliedern jedes Opfer..., ja das Leben selbst, gefordert werden können und froh geleistet werden, wenn es um die Verherrlichung Gottes und um das Heil des Nächsten geht."
(Max Josef Metzger)

Ja, von Dr. Metzger wurde das Leben gefordert. Wie Christus wurde auch er VERRATEN - GEFANGEN GENOMMEN - ZUM TOD VERURTEILT - HINGERICHTET.

Begleiten wir darum in diesem Gedenken sowohl Christus als auch Bruder Paulus auf dem Weg des Leidens und Sterbens.

Ölbergsituation: Verrat - Gefangennahme
Jesus wird verraten von einem "Freund", von einem, der mit ihm gegangen war, der seine Lehre kannte, seine Gewohnheiten, seine Aufenthaltsorte. Er bringt die Häscher, die Jesus festnehmen werden.
In der Liturgie des Palmsonntag hören wir jeweils die Passionsgeschichte, so wie sie die Evangelisten aufgeschrieben haben.
Betrachten wir hier, wie Matthäus darüber berichtet:
Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus...
Jesus ging ein Stück weiter, warf sich zu Boden und betete: Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst. Und er ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend...
Dann ging er zum zweiten Mal weg und betete: Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille. Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend...
Und er ging wieder von ihnen weg und betete zum dritten Mal mit den gleichen Worten. Danach kehrte er zu den Jüngern zurück und sagte zu ihnen: Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus? ...Seht, der Verräter, der mich ausliefert, ist da.
Während er noch redete, kam Judas, einer der Zwölf, mit einer großen Schar von Männern... Judas ging auf Jesus zu und sagte: Sei gegrüßt, Rabbi! Und er küsste ihn. Jesus erwiderte ihm: Freund, dazu bist du gekommen? Da gingen sie auf Jesus zu, ergriffen ihn und nahmen ihn fest...
(Mt 26,30.39-40.42-47.49-50)
(siehe auch: Mk 14,26-46; Lk 22,39-54; Joh 17,1 - 18,13)

Auch Bruder Paulus wurde verraten. Eine Frau, die sich als "Freundin der Una Sancta" das Vertrauen Dr. Metzgers erworben (besser gesagt: erschlichen) hatte, kam am 29. Juni 1943 ins Piusstift in Berlin (wo Metzger seit 1940 wohnte). Mit ihr kamen die Häscher, die Bruder Paulus festnahmen und ihn in seine dritte und letzte Gefangenschaft führten.
In den langen Monaten der Gefangenschaft, Monate zwischen Hoffen und Bangen, erlebte auch Bruder Paulus die Angst vor dem Tod. Aber immer wieder und immer wieder neu bot er Gott sein Leben an "für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche".
Er fügte sich ganz in den Willen des Vaters. Dies drückt in ergreifender Weise sein im Gefängnis verfasstes LEBENSNOT-GEBET aus:
"Heiliger, allmächtiger Gott! Mein Vater! In der großen Not meines Lebens komme ich zu Dir im Vertrauen auf die Verheißung und das für mich vergossene Blut Deines ewig-einzigen Sohnes.
Mit Jesus Christus, meinem Herrn und Meister, flehe ich zu Dir: "Vater, wenn es möglich ist, so lasse diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht mein, D e i n Wille geschehe!" Ja, ich glaube: Was immer Deine weise und gütige Vorsehung über mich verfügt, es wird mir zum Heile sein. So sage ich im Voraus dazu das vorbehaltlose JA meines Gehorsams.
In Jesu Namen bitte ich Dich: Gib mir die Kraft des Heiligen Geistes, dass ich bis zum Letzten in diesem vertrauenden Gehorsam ausharre! Dann weiß ich, dass ich Dein Kind bin und bleibe und Erbe Deines ewig-seligen Lebens. Amen!"

(Max Josef Metzger)

Verhör - Verurteilung
Verschiedenen Verhören wird Jesus unterzogen - beim Hohenpriester, vor dem Hohen Rat, bei Herodes, bei Pilatus. Er wird angeklagt, dass er das Volk aufwiegelt... Seine Sendung wird total verkannt...
Der Evangelist Johannes berichtet darüber:
Die Soldaten, ihre Befehlshaber und die Gerichtsdiener der Juden nahmen Jesus fest, fesselten ihn und führten ihn zuerst zu Hannas... Dieser befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre...
Danach schickte ihn Hannas gefesselt zum Hohenpriester Kajaphas...
Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium; es war früh am Morgen...
Pilatus kam zu ihnen heraus und fragte: Welche Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen?...
Er ging wieder in das Prätorium hinein und ließ Jesus rufen...
...Pilatus ging wieder zu den Juden hinaus und sagte zu ihnen: ...Ihr seid gewohnt, dass ich euch am Paschafest einen Gefangenen freilasse. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse? Da schrien sie... Nicht diesen, sondern Barabbas!... Darauf ließ Pilatus Jesus geißeln...
Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu ihnen: Seht, ich bringe ihn zu euch heraus... Seht, da ist der Mensch! Als die Hohenpriester und ihre Diener ihn sahen, schrien sie: Ans Kreuz mit ihm, ans Kreuz mit ihm!... Da lieferte er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.
(Joh 18,12-13a.19.24.28.29.33.38b-40; 19,1.4.5b-6.16a)
(siehe auch Mt 26,57 - 27,26; Mk 14,53 - 15,15; Lk 22,54 - 23,25)

Verschiedene Stationen musste auch unser Vater Paulus (Dr. Metzger) in seiner Haftzeit durchstehen.
Am 29. Juni 1943 wurde er vom Piusstift im Berliner Wedding abgeführt und ins Polizei-Gefängnis (Berlin, Prinz-Albrecht-Straße) gebracht. Nach Abschluss der Untersuchungen - Verhöre - Vernehmungen wurde er am 11. September 1943 in die Strafanstalt Plötzensee überführt.
Am 14. Oktober 1943 stand Metzger vor dem Volksgerichtshof (Berlin, Bellevuestrasse 15). Hier wurde nach einem Schauprozess das Todesurteil über ihn gesprochen. Seine Friedensbemühungen wurden - welcher Hohn! - als Vorbereitung zum Hochverrat umgedeutet. Als Todeskandidat wurde der Verurteilte dann am 22. Oktober 1943 ins Zuchthaus Brandenburg-Görden eingeliefert.

Mit jeder Verlegung wurden die Haftbedingungen härter. Persönliche Gebrauchsgegenstände - darunter auch Brevier, Messbuch, Hl. Schrift - wurden immer wieder eingezogen und mussten mit schriftlichem Antrag neu erbeten werden. Mit der Verlegung nach Plötzensee (September 1943) entfiel die Benutzung eigener Wäsche und Kleidung. Vater Paulus trug zum ersten Mal in seinem Leben Sträflingskleidung. Im Zuchthaus in Brandenburg kam auch noch ständige Fesselung hinzu. Briefverkehr und Besuche wurden eingeschränkt.

Aber auch und gerade in der menschlichen Vereinsamung blieb die Gottesnähe. Aus dem Wort Gottes schöpfte Bruder Paulus immer wieder neue Kraft. Immer wieder auch gedachte er aller, die in Not sind.
Wie oft mag er selbst das von ihm verfasste Gebet gesprochen haben "für alle, die von Not und (Kriegs-) Gefahr bedroht sind:
"Allmächtiger Gott! Heiliger Vater! Ohne Deinen Willen fällt kein Haar von des Gerechten Haupt. So vertrauen wir, dass Du auch über unsere Lieben, die in Not und Gefahr sind, allzeit Deine Vaterhand hältst. Gib ihnen ein starkes Herz und heiligen Mut, dass sie sich ganz in Deine Vaterhand geben und tapfer Ja sagen zu Deinem heiligen Willen, der allen, die Dich lieben, allzeit zum Besten gereicht. Stell uns allen in diesen Zeiten der Bedrängnis Deinen heiligen Engel zur Seite, und führe uns an seiner Hand durch dieses Tal der Tränen hindurch zur ewigen Heimat! Darum bitten wir Dich in kindlichem Vertrauen durch Christus, unseren Herrn. Amen."
(Max Josef Metzger)

Auf dem Weg nach Golgota:
Begegnung mit den "weinenden Frauen"
Eine Station im klassischen Kreuzweg ist benannt:
"Jesus tröstet die weinenden Frauen".
Nur der Evangelist Lukas berichtet kurz darüber:
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder.
(Lk 23,26-28)

Auch Dr. Metzger ist nach der Verurteilung der Starke. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, wann das Urteil vollstreckt wird. Es hätte schon am nächsten Tag sein können.
Vater Paulus ist es, der nach der Verkündung des Todesurteils über ihn, die Schwestern, die dem Prozess beigewohnt hatten, tröstet. Wie sie selbst es berichteten, sagte er zu ihnen:
"Nun ist es also geschehen. Ich bin ruhig. Ich habe mein Leben Gott angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche. Wenn Gott es annimmt, freue ich mich, wenn er mir noch weiter das Leben schenkt, bin ich auch dankbar. Wie Gott will! Sagt allen Brüdern und Schwestern einen letzten Gruß und seid nicht traurig. Das Christkönigsfest wird etwas schwer werden. Aber singt trotzdem Alleluja und bleibt Eurem König Christus treu!"
(Max Josef Metzger)

Der Kleider beraubt - Tod am Kreuz - Tod unter dem Fallbeil
"Jesus wird seiner Kleider beraubt" - so kennen wir es als eine weitere Kreuzweg-Station. Nackt und bloß wird Jesus dann ans Kreuz genagelt...
Nicht die Ankläger, nicht die Richter, nicht die Urteilssprecher vollziehen die Hinrichtung. Knechtsgestalten sind damit beauftragt - damals wie heute...
Der Evangelist Lukas berichtet über Jesu Tod:
Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie Jesus und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich...
Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
(Lk 23,33-34.44-46)
(siehe auch: Mt 27,31-50; Mk 15,20-37; Joh 19,16-30)

Wie war es beim Tod unseres Vater Paulus?
Bei einem Besuch der Gedenkstätte in der Strafanstalt Brandenburg erklärte der Leiter der Gedenkstätte, dass die Verurteilten damals (am 17. April 1944 waren es 30 Todeskandidaten) in einer Reihe über den Hof zur Hinrichtung geführt wurden, bekleidet nur mit der Hose - ohne Gürtel -, so dass diese mit den Händen gehalten werden musste - und die Jacke nur umgehängt. Alles war so vorbereitet, dass den Todeskandidaten die letzte Kleidung rasch genommen werden konnte - aller menschlichen Würde beraubt gingen sie in den Tod.
Es ist gut denkbar, dass Br. Paulus wie sein Herr und Meister gebetet hat: "Vater, verzeih ihnen, sie wissen nicht was sie tun."
Das "Protokoll über die Vollstreckung des Todesurteils gegen Max Josef Metzger" zeigt sehr nüchtern den Verlauf der Tötung:
"...Um 15.26 Uhr wurde der Verurteilte, die Hände auf dem Rücken gefesselt, durch zwei Gefängnisbeamte vorgeführt. Der Scharfrichter... stand mit seinen drei Gehilfen bereit. Anwesend war ferner: Anstaltsarzt...
Nach Feststellung der Personengleichheit des Vorgeführten mit dem Verurteilten beauftragte der Vollstreckungsleiter den Scharfrichter mit der Vollstreckung. Der Verurteilte, der ruhig und gefaßt war, ließ sich ohne Widerstreben auf das Fallbeilgerät legen, worauf der Scharfrichter die Enthauptung mit dem Fallbeil ausführte und sodann meldete, dass das Urteil vollstreckt sei.
Die Vollstreckung dauerte von der Vorführung bis zur Vollzugsmeldung 7 Sekunden..."

Bruder Paulus hat im Glauben an die Auferstehung gelebt. In diesem Glauben ging er auch in den Tod, wie wir es von ihm selbst wissen. In einem seiner beiden Abschiedsbriefe schreibt er:
"...Ich gehe mit frohem Herzen in den Tod - nein, ins Leben, wie ich glaube. Der Herr hat's gegeben...! IHM gebe ich mich ganz anheim. ER sei mir gnädig!"
(Max Josef Metzger, 17.4.1944)

Drei Osterlieder hat er noch in den letzten Tagen seines Lebens verfasst und vertont, die ebenso von seinem Oster- und Auferstehungsglauben zeugen:
Christ, der Herr ist auferstanden!...
Nun singt in frohem Jubelklang: Der Herr ist aufer- standen!...
Alleluja! Singt die Weise ostermächtig laut ins Land!...

Das Grab
Christus sollte nicht über das Fest am Kreuz hängen...
Ein "fremdes" Grab nimmt seinen Leichnam auf... Wächter stehen am Grab... Christus aber überwindet Grab und Tod!
So lesen wir beim Evangelisten Johannes:
Josef aus Arimathäa war ein Jünger Jesu, aber aus Furcht vor den Juden nur heimlich.. Er bat Pilatus, den Leichnam Jesu abnehmen zu dürfen, und Pilatus erlaubte es. Also kam er und nahm den Leichnam ab. Es kam auch Nikodemus, der früher einmal Jesus bei Nacht aufgesucht hatte. Er brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund. Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.
An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten, und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzen sie Jesus dort bei.
(Joh 19,38-42)
(siehe auch: Mt 27,57-66; Mk 15,42-46; Lk 23,50-56)

Für Bruder Paulus wurde es durch umsichtige Vorbereitungen und letztlich durch gute Fügung möglich, dass sein Leichnam zur Erdbestattung freigegeben wurde. In aller Stille fand auf dem Brandenburger Friedhof die Beisetzung statt.
Die Notizen von Sr. Judith sagen dazu u.a.:
21.4.1944: Beerdigung auf dem Brandenburger Friedhof. Im kleinsten Kreis... Der Sarg wurde von der Polizei gebracht, die auch am Grab zur Aufsicht verblieb…
Nach dem Krieg bemühte man sich um eine Umbettung. Eine Überführung nach Meitingen war zu dieser Zeit nicht möglich. So wurde Br. Paulus nach Berlin überführt, wo er am 18. September 1946 auf dem St. Hedwigs-Friedhof beigesetzt wurde, unter ergriffener Anteilnahme einer tausendköpfigen Menschenmenge - Klerus und Volk der verschiedenen Konfessionen. Die Friedhofsmauer wurde dann Teil der Berliner Mauer. Man befürchtete eine Einebnung der Grabreihe, in der Dr. Metzger bestattet war. So bemühte man sich erneut um Umbettung der sterblichen Überreste.
Auf Intervention von Kardinal Bengsch wurden die Gebeine Metzgers nochmals exhumiert und am 25.4.1968 nach Meitingen überführt. Und so haben wir das Glück, sein Grab ganz in unserer Nähe zu haben.
Zwei Tage war der Sarg damals in unserem Saal aufgebahrt. Nach einer ergreifenden Feierstunde am 27. April 1968 wurde dann der Sarg in einem langen Zug der Teilnehmer zum Meitinger Ortsfriedhof geleitet, wo Bischof Dr. Josef Stimpfle im österlich weißen liturgischen Gewand die Wiederbeisetzung vornahm.
Bei seiner Ansprache sagte Bischof Stimpfle u. a.:
"...Eine Fackel des Ökumenismus ist erloschen, könnte man sich hier am Grab Dr. Max Josef Metzgers denken.
Nein, die Fackel seines Vorbilds leuchtet weiter für uns, diese Fackel muss weiterbrennen in und durch uns!
Dr. Metzger war ja nur Verwalter dessen, was ein anderer ihm gab…. Christus war es, der das Feuer ökumenischen Wirkens in ihm entzündet hatte. Er war Fackelträger Christi. Dieses brennende Licht darf nicht erlöschen. Wir müssen es weitertragen.…"

Was Bischof Stimpfle bei der Wiederbeisetzung Dr. Metzgers am 27. April 1968 im Blick auf sein ökumenisches Wirken sagte, gilt für alle Anliegen von Br. Paulus: Frieden, Einheit, Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit…

Dr. Metzger war ein Fackelträger Christi.
Dieses brennende Licht darf nicht erlöschen.
Wir müssen es weitertragen.


Die Heimatdiözese von Dr. Metzger, die Erzdiözese Freiburg, hat am 8. Mai 2006 das diözesane Verfahren für den Seligsprechungsprozess eröffnet. Im Zusammenhang mit diesem Verfahren hat die Erzdiözese ein Gebet um die Seligsprechung von Max Josef Metzger herausgegeben:
Herr Jesus Christus,
du hast deinen Diener Max Josef Metzger
mit einer tiefen Liebe zu dir
und zu allen Menschen erfüllt.
Im Glauben und in der Treue
zu seinem Gewissen
hat er ein entschiedenes Nein
zum Nationalsozialismus
und zum ungerechten Krieg gesagt
und sein Leben hingegeben.
Wir bitten dich:
Zeige ihn der Kirche als Seligen,
damit sich viele an ihm aufrichten.
Lass sein Vorbild leuchten in unserer Zeit,
und schenke allen auf seine Fürsprache die Kraft,
für die Einheit in der Kirche und
für den Frieden in der Welt einzutreten.
Dir sei Ruhm und Ehre mit dem Vater
und dem Heiligen Geist
jetzt und allezeit und in Ewigkeit.
Amen.


(Imprimatur erteilt von Generalvikar Dr. Fridolin Keck,
Erzb. Ordinariat Freiburg, am 07.03.2009)